Recycling von Wasser – bald auch in Deutschland?

recyclingDie Wiederverwendung von Wasser – geht das überhaupt?  Das würde ja Trinkwasser aus der Kanalisation oder zumindest Wasser für die Toilettenspülung aus Abwasser bedeuten? Was auf den ersten Blick eher zweifelhaft klingen mag, soll wahrscheinlich schon bald umgesetzt werden in Deutschland. Andere Länder betreiben bereits das Recycling von Wasser, da sie  mit ihrem Wasser haushalten müssen.

Pionier der Idee, ist der Wasserversorger Singapurs, denn dort wird bereits hochreines Trinkwasser aus kommunalem Abwasser gewonnen. An der ausgefeilten Technik mangelt es nicht. Allerdings steht die Bevölkerung Singapurs dem Recycling von Wasser bisher noch kritisch gegenüber. Deshalb möchte man Besuchern des Wasserwerks mithilfe von Führungen die neue Technik erklären und aufzeigen, warum sie, angesichts zunehmender Wasserknappheit, notwendig ist. Auch die Werbung versucht dem Vorhaben ein positives Image zu geben mit dem viel versprechenden Namen „New Water“. Was in Singapur also schon längst Gang und Gebe ist, steht auch für andere Länder in Planung. Denn für Milliarden Menschen ist die  Trinkwasserversorgung nicht ausreichend gewährleistet. In Ballungszentren wächst das Problem, die Kapazitäten für Wasserreservoirs fehlen wie auch in Singapur. Das winzige Land fast am Äquator – knapp so groß wie Hamburg – kann sich über zu wenig Regen nicht beklagen, aber über zu wenig Platz. Das gebrauchte Wasser zu recyceln ist daher eine naheliegende Lösung.

Wie funktioniert das Recycling von Wasser überhaupt? Es existieren mechanische, chemische und biologische Recyclingsysteme. Grundlegend wird folgender Prozess am häufigsten durchgeführt: Als erstes filtert das System gröberen Schmutz wie zum Beispiel Haare aus. Danach wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert. Darauf folgt die Aufbereitung  des Wasser mit Mikroorganismen als zweiter Schritt. Einige Hersteller verwenden hierbei eine Membrantechnik, also das Filtern des Wassers Das durch eine Reihe von Membranen mit feinsten Poren. Unerwünschte Stoffe, auch Bakterien, können beseitigt werden. Bis es zu Trinkwasser werden kann, ist noch ein weiterer Schritt nötig: Die Behandlung mit ultraviolettem Licht. Das heißt, dass eine Reduktion der Keime, wie man es erwartet, erst durch die sogenannte UV-Desinfektion um einiges mehr vorangetrieben werden kann. Zuletzt kommt das gereinigte Grauwasser mittels einer Pumpe und wird dort aufbewahrt, bis es wieder gebraucht wird. Bis dato wurde in den Industrieländern nach dem Prinzip des Wegwerfens verfahren, was bedeutet, dass Trinkwasser entnommen wird und danach in fließendes Gewässer eingeleitet wird zur Entsorgung ohne weitere, direkte Verwendung.  Generell kann man Abwasser in Grauwasser, Gelbwasser, Braunwasser und Schwarzwasser untergliedern. Je nach Kategorie wird eine bestimmte Wiederverwendung vorgesehen, wie zum Beispiel Gelb – beziehungsweise Braun-wasser, also die mit Ausscheidungen vermischten, welche als Düngemittel wieder verwendet werden. Singapur fing mit dem „Trinkwasser aus der Kanalisation“ 2003 an und bereitete ein Drittel des Abwassers der 5,7 Millionen Einwohner wird auf.  Die Leitung des Abwassers erfolgt durch lange Tunnel zur Aufbereitungsfabrik. Täglich werden 273.000 Kubikmeter „Newater“ geschaffen.

Lohnt sich in Deutschland das Wasser-Recycling? In Deutschland findet der Einbau von Grauwasseranlagen in Wohnhäusern oder Hotels immer mehr Verbreitung. Allerdings sind die Kosten bisher noch immens und die  Anlagen nur von Fachleuten zu installieren. Auf absehbare Zeit wird es wohl erstmal keine Trennung der Abwässer geben in Deutschland, denn das bisher existierende Wasserversorgungssystem in Deutschland funktioniert gut.